[skip to main content]

Lovely Valentine!

Find some lovely pieces in the LOVE collection

MONOPOL



"Warum soll nicht der Verschluss zugleich der Schmuck sein, oder der Ring eine Kette?"

„... Hier arbeitet seine Frau, die Schmuckdesignerin Saskia Diez, die eben ein paar neue Scheite in den Holzofen legt, denn die Heizung wird gerade erst installiert. Neben ihrem Schreibtisch schläft die wenige Monate alte Tochter Helena, die mit ihr und Ayzit Bostan gerade auf der Modemesse in Paris war. Saskia Diez hat eine sehr eigene, zeitgemäße Kategorie von Schmuck erfunden: eher im Modekontext angesiedelt als im Bereich der aufwendigen, kostspieligen Einzelstücke. Ihre meist zartgliedrifen Ketten und Ringe sind Accessoires, die jede Saison überleben, weil sie intelligent sind, poetisch und gewitzt zugleich. Eigentlich war es Zufall, erzählt Saskia Diez. Sie hat mal ein Armband entworfen, das sie auf der Möbelmesse in Köln, als Stefan Diez das renommierte „Ideal House“ konzipierte, dort einfach so an den Waschbeckenrand gelegt hatte. Danach hagelte es Anfragen. Wenn es in diesem Nukleus von Grcic und Diez eine Münchner Schule gibt, dann ist eines ihrer Gebote, die Beschaffenheit der Dinge eigensinnig zu hinterfragen, ohne sie grundsätzlich in Frage zu stellen. Dabei hilft Humor. Saskia Diez macht zum Beispiel einen Ring, der eine offene Kette ist, also das Gegenteil von allem, wofür das Symbol Ring eigentlich steht. An den Enden befindet sich je eine schwarze oder weiße Kugel, jede so groß wie eine Perle. Man muss die Kette einmal knoten, bevor man sie als Ring über den Finger streifen kann. Aufgehen kann sie nicht. Der Finger ist der Verschluss, der Verschluss ist der Schmuck. Ein anderer Kettenring von Saskia Diez, zart wie ein Silberstreif am Horizont, hat einen schmalen Schraubverschluss. So kann man ihn zum Beispiel mit anderen Ketten oder Ringen aus dieser Schmuckserie zu den feinsten Patchwork-Konstruktionen verbinden. Es sollen schon einige Menschen geheiratet haben damit ...“ Silke Hohmann

12/2007